Montag, 23. September 2013

Nur der Pokal zählt


Von den fußballerischen Aktivitäten des Sohnes berichtete ich ja schon. Nun hat er seine erste kurze Punktspielsaison hinter sich gebracht, oder auch nicht: Bei keinem der Spiele stand er auf dem Platz. Mal wegen Verletzung oder Terminkollisionen mit dem sonstigen familiären Wochenendprogramm, aber auch, weil er, sagen wir mal, nicht zur Stammelf gehörte.

Die Punktspielsaison ist nun zuende, und auch beim letzten Spiel war er nicht im Kader. Die Frage, ob in der G-Jugend der Leistungsgedanke schon ein solches Gewicht haben muss, ist durchaus diskutabel. Der Trainer hat nach überraschend erfolgreichem Saisonverlauf (wir reden von sechs Spielen) am Ende Blut geleckt und tatsächlich nach Leistung aufgestellt, um das Maximum herauszuholen.

In der Tat musste mein kritisches väterliches Auge dem Sohn das eine oder andere Mal Zaghaftigkeit im Angesicht des Gegners attestieren. Trotzdem sind Spaß, Ballbehandlung und bei ausreichender Motivationslage auch die Durchsetzungskraft vorhanden und haben sich in letzter Zeit merklich gesteigert.

Wie gesagt, der Leistungsgedanke beim Trainer ist streitbar. Vielleicht wäre es in dieser Altersklasse angebracht, ungeachtet des nackten Erfolges öfter zu rotieren, um so den Zusammenhalt der Jungs als Mannschaft zu fördern und jeden durch die gleichmäßige Verteilung von Erfolgserlebnissen zu motivieren? Das sehen viele der Teameltern so, auch solche, deren Sohn eher zu den Bevorteilten gehört. Der Trainer wird sich wohl dieser Diskussion bald stellen müssen.

Sei's drum, die Saison ist rum - wir sehen es gelassen und gucken nach vorn. Das können wir, weil der Sohn das auch tut. Turniere finde er eh besser als Punktspiele, konstatiert er, denn:

"Bei Punktspielen gibt es ja keinen Pokal."