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Donnerstag, 8. Mai 2014

Brandenburg


"Wohin fahrt ihr?" - "Nach Brandenburg." - "Schön, wohin genau?" - "Brandenburg." - "Ja, in welche Stadt?" - "Brandenburg. Es gibt auch eine Stadt, die so heißt." - "Achsooo."

Echt, solche Unterhaltungen gibt es. Immer noch. Fast ein Vierteljahrhundert nach der Wende. Man glaubt es nicht. Wäre es ein kleines Dorf, es wäre verständlich. Doch Brandenburg an der Havel ist eine Stadt, eine nicht eben kleine. Und weil ich mit ihr familiär verbunden bin, führt es uns regelmäßig dorthin.

Und es ist schön da. Denn obwohl das Land Brandenburg durch den Weggang der jungen Bevölkerung unübersehbar an Strukturproblemen leidet und es dadurch vielen vor allem durch das gleichnamige Lied bekannt ist, blüht es an vielen Stellen. Besonders die Gegend um Brandenburg an der Havel und Potsdam, in der wir schon letztes Jahr schön geurlaubt haben, ist eine Reise wert.

Die Landschaft mit den vielen Seen und Flüssen hat hohen Erholungswert. Und auch die Innenstädte können sich sehen lassen. Alte Gebäude werden behutsam und geschmackvoll modernisiert und geben schöne Kulissen ab, die erwähnte Schönheit der Landschaft tut ihr übriges. Klar, es gibt auch viele Leerstände und zum Teil noch verfallene Bausubstanz, doch auch die kann ihren optischen Reiz haben.

Diesmal haben wir in Brandenburg das Marienbad, die Malge, den Margaretenhof und ein wirklich nettes italienisches Restaurant besucht. Da gibt es durchweg nix zu meckern. Vielleicht sollte die Region noch mehr in Sachen Tourismus auf die Trommel hauen. Die Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern haben es vorgemacht und die schleswig-holsteinische Ostsee rechts überholt. Brandenburg hat einige Pfunde, mit denen es wuchern kann.

Nur an der Freundlichkeit im Einzelhandel könnte noch optimiert werden. Da wird gern mal vor sich hingemuffelt. Ob da, wie nicht selten behauptet, die preußischen Gene durchschlagen oder eine allgemeine Unzufriedenheit mit den wirtschaftlich-gesellschaftlichen Gegebenheiten, vermag ich nicht zu bewerten - aber es spielt ja letztlich auch keine Rolle.

Wer Deutschland kennenlernen möchte, für den lohnt sich ein Besuch dieser Gegend allemal. Und einen kleinen optischen Eindruck mit älteren, aber auch aktuellen Bildern aus vorletzter Woche bekommt ihr hier.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Stiftung Reisetest (11): Legoland



Lego! Star Wars! Lego! Achterbahnen! Lego! Das muss toll werden, dachten wir uns. Das originale Legoland in Dänemark, in dem kleinen Städtchen Billund, rief nach uns. Schon in meiner Kindheit war es ein Begriff. Nun ging es also endlich mal dahin.

Es war toll dort. Der Park ist sauber und übersichtlich. Die älteste und immer noch zentrale Attraktion ist das Lego-Miniland, wo viele Städte und Landschaften aus Legosteinen nachgebaut sind. Hauptsächlich sind es nordeuropäische Landschaften, Dänemark, Norwegen, Deutschland, Holland. Das ist alles sehr eindrucksvoll und hübsch anzusehen. Und natürlich Star Wars. Szenerien aus den Filmen sind nachgebaut, man besucht die Planeten Hoth, Endor, Geonosis, Naboo und Tatooine. Ein Paradies für kleine Jungs und Nerds.


Natürlich bietet der Park noch mehr. Er ist sehr kinderfreundlich, viele der Fahrgeschäfte sind auch für die Jüngsten geeignet. Und, das ist besonders positiv aufgefallen: Es gibt Fahrgeschäfte, wo Mitmachen gefragt ist und ein wenig Wettkampfstimmung aufkommt. In einem gibt es ein Rennen mit acht Feuerwehrautos. Sie müssen von jeweils bis zu fünf Leuten per Muskelkraft zu einem brennenden Haus und nach dem Löschen eines Feuers mit einer ebenfalls handbetriebenen Pumpe wieder zurück bewegt werden. Wer zuerst fertig ist, hat gewonnen, klar. Wir haben immerhin Platz drei geschafft.

In einem anderen geht man an Bord eines Schiffes, auf dem per Kurbel betriebene Wasserkanonen stehen. Am Ufer rings um dieses Fahrgeschäft stehen ebenfalls solche Spritzen, so dass Seeleute und Landratten sich gegenseitig nass machen können. Zuweilen gehen auch die Schiffe längsseits zueinander, so dass Seegefechte möglich sind. Ein großer Spaß. Ein noch größerer Spaß wäre es bei sommerlichen statt herbstlichen Temperaturen gewesen.


Die unweigerliche Wasserrutschfahrt ist natürlich auch vorhanden, ebenso wie familienfreundliche Achterbahnen. Eine Bahn führt durch einen stimmungsvoll gestalteten Tempel, aber nicht einfach so: Mit Elektronikpistolen kann man während der gesamten Fahrt auf überall auftauchene, verschiedenfarbig leuchtende Punkte schießen und so Punkte sammeln. Unterhaltsam. Und natürlich gibt es auch das heutzutage freizeitparktypische 4D-Kino mit den neuesten Lego-Abenteuern.

Das Legoland ist kleiner, als wir erwartet hatten. Mehr als einen Tag braucht man nicht, um das Gefühl zu haben, man habe alles gesehen und mitgemacht. Insofern ein empfehlenswertes Ziel für einen Tagesausflug – auch von Hamburg aus, wenn man durch die jeweilig dreistündige Hin- und Rückfahrt frühes Aufstehen und spätes Heimkommen in Kauf nimmt.


Das größte Problem des Legolands: Es ist in Dänemark und deshalb sauteuer. Die regulären Eintrittspreise spotten angesichts des Angebots jeder Beschreibung. Nur frühe Onlinebuchung oder besondere Schnäppchen wie etwa bei Groupon sind empfehlenswert, so kann man ein wenig sparen. Für die Familienkarte für drei Personen zahlt man regulär tatsächlich 117 Euro, das ist angesichts des dort Gebotenen eindeutig überteuert. Durch einen Groupon-Gutschein zahlten wir knapp 60 Euro, dass ist der Leistung angemessen, wenn man es mit norddeutschen Freizeitparks wie Hansa-Park oder Heide-Park vergleicht. Und auch die Verpflegungspreise sind typisch dänisch. Ein Hotdog für sieben Euro – mehr muss ich wohl nicht sagen.

Leider setzt sich das auch in den Lego-Shops fort – und macht es einem wirklich schwer, für den Sohn das i-Tüpfelchen auf dem Tag zu bescheren und ihm etwas Lego zum Mitnehmen zu spendieren. Die Lego-Sets kosten dort durchweg zehn bis 20 Prozent mehr als in jedem deutschen Supermarkt. Das ist einfach unschön.

Fazit: Das Legoland in Billund ist ein schönes Ausflugsziel für die ganze Familie, das viel Spaß machen kann. Voraussetzung: Man schießt billig Tickets im Internet und bringt sich Essen und Trinken von zuhause mit.

Dienstag, 27. August 2013

Stiftung Reisetest (10)

Der Schwielowsee in Caputh
Ich wollte ja noch den kleinen Bericht von unserem Sommerurlaub nachreichen. Wir haben alles richtig gemacht mit dem Wetter, zehn Tage lang hat es herrlich gesommert. Eine Woche in und um Potsdam und zwei Tage in Neustrelitz inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte, das alles bei Familie und Freunden – so einfach kann schöner Urlaub sein.

Werder an der Havel
Von Sanssouci und den anderen kulturellen und architektonischen Schönheiten Potsdams haben wir zugegebenermaßen nichts mitbekommen. Dafür war es nämlich zu warm. Lieber haben wir uns auf und in den Gewässern aufgehalten, von denen es dort ja mit Havel, Schwielowsee & Co ja genug gibt. Überall könnte man was bemängeln – vom etwas überteuerten Seebad in Caputh über den vermuschelten Boden in der Havel nahe der Alten Meierei bis zum etwas schmuddeligen Wasser an der Malge in Brandenburg. Aber das waren nur Kleinigkeiten. Trotzdem war es eine schöne Abkühlung und prima auszuhalten.

Löwin im Berliner Tiergarten
Schöne Ausflüge waren die Schiffstour von Potsdam nach Werder und zurück und der Besuch im Berliner Tiergarten. Letzterer ist erstaunlich groß und vielfältig, der Eintritt ist nicht zu teuer im Gegensatz zur Gastronomie dort. Auf jeden Fall sehenswert, wenn man denn die überdimensionale Kassenschlange am Eingang hinter sich gebracht hat.

Ausgiebig erforscht haben wir die italienische Gastronomie in und um Potsdam. Fazit: Gutes bis sehr gutes Preis-Geschmacksverhältnis, dafür insgesamt eher unterdurchschnittliche Freundlichkeit beim Service.

See bei Neustrelitz
Ein großartiges Badeerlebnis erwartete uns dann in Mecklenburg. Die Seen in und um Neustrelitz sind kristallklar, friedlich und landschaftlich sehr hübsch anzusehen. So schön, dass wir während unseres kurzen Aufenthaltes auch nicht viel mehr von der Gegend gesehen haben. Aber wir kommen sicher wieder.

Das war also alles ganz fein, zu verdanken dem Supersommer 2013. Note: 1.