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Mittwoch, 22. April 2015

Außenbords: Links aus 1515-17

Nach der Urlaubspause hier jetzt wieder ein paar Sachen zum Lesen. Es geht um Griechenland, Autofahrer, Fremdenfeindlichkeit, Kinderfotos im Netz und Fernsehen.


Der griechisch-deutsche Journalist Michalis Pantalouris erklärt, was aus seiner Sicht alles falsch läuft in der medialen Wahrnehmung Griechenlands in Deutschland. Es ist eine Menge.


Langsamfahrer-Bashing gibt es meines Erachtens viel zu wenig. Denn Langsamfahrer sind meistens auch Nichtblinker und Nicht-in-den-Rückspiegel-Gucker - und damit brandgefährlich. Das fasst dieser Text aus der PS-Welt (zugegeben, der Name ist echt gruselig) schön zusammen und deutet auch an, was viele Schleicher nicht für möglich halten würden: dass die, die auf Schleicher schimpfen, nicht zwangsläufig selbst notorische und gemeingefährliche Raser sind.

Interessanter Text über einen rechtsgesinnten Dorfprominenten in der deutschen Provinz und sein gewaltbereites Netzwerk. Erschreckend, wie man heute auch in Mitteleuropa noch mit Angst und Gewalt seine menschenverachtenden Interessen durchsetzen kann.

Warum der immer wiederkehrende Befehl "Stell keine Fotos deiner Kinder ins Netz" mit erhobenem Zeigefinger genauso falsch ist wie unreflektiertes Posten privater Dinge in den Sozialen Netzwerken, stellt Johnny Haeusler differenziert dar. Erst Nachdenken, dann Hochladen - das gilt nicht nur für Kinderfotos, sondern für alles, was ihr ins Netz stellt.


Gleiches Thema, anderer Text, ähnlich differenziert. Caspar Clemens Mierau: "Doch hört auf, anderen Eltern pauschalisierend paternalistische Ratschläge zu geben. „Kinderfotos gehören nicht ins Social Web“ ist eine Forderung, die Eltern jegliche Empathie und mediale Kompetenz abspricht. Statt dessen sollte es prinzipiell um konkretes ethisches Verhalten gehen. Kinderfotos sind ebenso wenig per se gut wie es andere Fotos sind. Doch sie sind auch nicht per se schlecht."

Die große Show der Unterhaltung | Bloggen für den den Weltfrieden die, die ich mag

Nilz Bokelberg schreibt leidenschaftlich darüber, wie deutsches Fernsehen ist und wie es sein sollte. Da kann ich nur eins kommentieren: JA!

Mittwoch, 1. April 2015

Außenbords: Links aus 1513-14

In den letzten beiden Wochen bin ich entweder nicht zum Lesen gekommen oder von der Textflut zum Flugzeugabsturz überschwemmt worden. Jedenfalls hat sich bei mir nichts festgesetzt, was ich euch hier präsentieren müsste. Deswegen heute die Außenbords-Twitterversion mit meinen Favoriten. Themen: #4U9525, Tuchel, Tatort uvm.








Mittwoch, 11. März 2015

Außenbords: Links aus 1511


Olympia, Fußball, Social Media und Autos - das sind diesmal die Außenbords-Themen. Viel Spaß beim Lesen.


- Sie sind nicht schön, sie sind nicht schnell, sie sind nicht sparsam und bieten auch nicht übermäßig viel Platz - warum zum Henker fährt trotzdem alle Welt SUV? Ich verstehe es nicht. Dieser Text übrigens auch nicht - obwohl er versucht, Gründe zu finden. Lesenswert ist er trotzdem.


- Das ist ja Wasser auf meine Mühlen: Zeit meines Lebens werde ich Unverständnis und Verachtung jenen gegenüber hegen und auch äußern, die meinen, sie würden andere Fußballclubs und deren Anhänger hassen. Hass hat sowieso nirgends einen Platz, und schon gar nicht im Sport. Egal, aus welchen Gründen. Dieser Text bringt es anhand eines aktuellen Beispiels auf den Punkt.


- Hier mal was berufliches: Eine Umfrage sagt, dass junge Leute althergebrachte Servicekanäle wie Telefon und Post ignorieren und auch mit ihrer Versicherung per Chat und Facebook kommunizieren wollen. Mal gucken, wann die Ärmelschonerträger und Datenschützer dieser Welt das schnallen.


- "...ein Signal des Aufbruchs, der Bewegung sowie Weltoffenheit und zudem ein Bekenntnis zum Wettbewerb" könnte Olympia für Deutschland sein, sagt dieser Text. Präziser wird er kaum. Trotzdem lesenswert, weil er bei der Suche nach Gründen, warum Olympia in Hamburg oder Berlin stattfinden sollten, ganz viele findet, die dagegen sprechen.

Mittwoch, 4. März 2015

Außenbords: Links aus 1510


Hier ist ja im letzten Monat gar nix los gewesen. Na sowas. Dann wollen wir das mal ändern, und zwar mit einer neuen Rubrik. Posts mit Linklisten sind ja in der Blogwelt durchaus üblich, aber ich habe mich - aus purer Faulheit - bisher dagegen gesträubt.

Jetzt nicht mehr, denn es ja doch ein sehr schönes Mittel, anderen mitzuteilen, welche schönen Texte und Sachen es in diesem Internetz allwöchentlich zu lesen und zu sehen gibt. Und da ich auch ständig hin und her überlege, ob ich meine Facebook-Clique mit ständigen Links zu irgendwelchen Texten belästigen soll oder nicht, mache ich das doch lieber jetzt hier im übersichtlichen Format. Das wird es jetzt - so hoffe ich - einmal in der Woche geben. So erklärt sich auch die Zahl im Titel: 15 steht für das Jahr, 10 für die Kalenderwoche.

Viel Spaß nun mit der ersten Folge von Außenbords.

- Wir kennen das: Haben moderne Smartphones EDGE-Empfang, läuft - obwohl theoretisch noch bis zu 220 Kilobit pro Sekunde an Daten fließen sollten - faktisch nix mehr. Sascha Lobo beschreibt das und hat eine Vermutung, warum das so sein könnte.

- Jens Weinreich durchleuchtet die Unfassbarkeiten der Fußball-WM-Vergabe nach Katar und wie der Wüstenstaat sich Einfluss und Ruhm im Weltsport erkauft.

- Sehr witzig, was Tilman Rammstedt da über frühaufstehende Karrieristen schreibt.

- Auch witzig: dieser Cartoon von Ruthe. Erst recht, wenn man wie ich diese Woche die Anekdote von einem Coach gehört hat, der "Win-Win" nicht mag, weil dabei meist nur einer gewinne. Er sagt zu Geschäften, bei denen beide profitieren, lieber "Freu-Freu".

Freitag, 30. Januar 2015

Anonyme Kommentare - ja bitte!

Nun wisst Ihr ja von der kleinen Seite, die ich für unser Dorf auf die Beine stelle. Da dachte ich mir, dass vielleicht noch ein kleiner Blick in den Maschinenraum interessant wäre. Neulich schickte ich eine kleine Rundmail an ehrenamtliche Funktionsträger im Dorf, um ein bisschen die Werbetrommel zu rühren. Eine Antwort, die ich bekam, enthielt ein Statement, das mich kurz schlucken ließ und das ich natürlich nicht unwidersprochen ließ. Es drehte sich um die anonymen Kommentare, die es zu meiner kleinen Dorfbestandsaufnahme gibt, und ging so:

"Nach der anfänglichen Begeisterung für Ihr Vorhaben wurde, nach dem einklicken in Ihren Blog, jedoch mein Unbehagen immer größer. Als gelernter Journalist, wie Sie sich bezeichnen, ist Ihnen die Wertigkeit von anonymen Schreiberlingen bekannt. Für mich kommen diese Leute aus der Schublade 'Dummschnacker und Schlauschwätzer' und schreiben nur emotionalen Müll. Wenn ich etwas kritisiere, so kennzeichne ich das mit meinem Namen. Schade, dass Sie so etwas als Blogadmin zulassen."

Oha. Starker Tobak. Das konnte nicht ungekontert bleiben, dachte ich mir.
Hier ein Auszug aus meiner Antwort:

"Ich stimme mit Ihnen überein, dass ich anonyme Kommentare weniger gern habe als solche, die mit Namen versehen sind. Doch die Art, mit der Sie anonyme Kommentatoren allgemein bewerten, habe ich persönlich als herablassend und abqualifizierend empfunden und möchte ihr entschieden widersprechen. Denn jeder Kommentar, ob anonym oder nicht, steht für die real existierende Meinung eines Menschen, eines Bürgers. Er ist es aus meiner Sicht jederzeit wert, in einer Diskussion ernst genommen zu werden - selbstverständlich nur dann, wenn sein Inhalt es rechtfertigt. Im Umkehrschluss halte ich es für falsch, eine Meinung nur deshalb abzuqualifizieren und zu ignorieren, weil sie anonym geäußert wurde. Auch Menschen, die sich zu erkennen gegeben haben, haben in der Geschichte schon mehr als genug Unwahrheiten und 'emotionalen Müll', wie Sie es bezeichnen, verbreitet. Ich fühle mich in meiner Auffassung dadurch bestärkt, dass anonyme Kommentare in der Informations- und Diskussionswelt des Internets seit deren Entstehung wie selbstverständlich ihren Platz haben. Jede in einem Kommentar geäußerte Meinung - ob anonym oder nicht - lädt dazu ein, sie zu unterstützen, ihr zu widersprechen und ihr mit sachlichen Argumenten zu begegnen."

Warum ich diesen putzigen Meinungsaustausch für bloggenswert halte? Weil ich gerade im Netz über einen Artikel gestolpert bin, der mich in meiner Auffassung bestärkt, prägnant geschrieben ist und der Sache noch einen Aspekt, sprich: ein sehr gutes Argument für anonyme Kommentare hinzufügt. Er ist von Johnny Haeusler und heißt "Hetzer brauchen keine Anonymität im Netz - andere hingegen umso mehr" – lest mal.

Montag, 26. Januar 2015

"Neues aus Börnsen" ist da

Nun hab ich’s einfach mal gemacht. Ich habe eine Internetseite aus dem Boden gestampft, und sie heißt Neues aus Börnsen. Warum? Das hab ich ja hier schon beschrieben (und davor auch schon mal hier). Unser Dorf braucht mehr Information, Transparenz und Präsenz im Internetz. Es hat eine politische Kultur, die das verlangt. Und deshalb gibt es nun diese Seite.


Weil ich zwar die inhaltlichen Ideen, aber nicht im Ansatz die technischen und Programmierfähigkeiten habe, um so eine Seite komplett selbst auf die Beine zu stellen, muss ich mich in solchen Fällen Plattformen bedienen, bei denen die Infrastruktur schon vorhanden ist. Zuerst habe ich deshalb an eine Facebook-Seite gedacht, aber das ist natürlich Quatsch. Gerade bei uns auf dem Dorf hat Facebook noch immer keine flächendeckende Akzeptanz, und zur Interaktion ist eben ein eigener Account nötig. Diese Einstiegshürden sind einfach zu hoch und begrenzen die Verbreitung von vornherein. Nach weiteren Überlegungen habe ich mich deshalb für Tumblr entschieden. Es ist einfach zu bedienen und erfüllt auch meine Ansprüche an modernes, einfach strukturiertes Design.

Neues aus Börnsen ist gestaltet wie ein Blog und will versuchen, alle im Internet verfügbaren aktuellen Informationen aus und über Börnsen zusammenzutragen und zu sammeln, um daraus im Idealfall ein Forum und Diskussionsort für unser Dorf im Internet entstehen lassen – sozusagen einen virtuellen Dorfplatz. Mit Absicht habe ich die Blogform und die Optik des Rasters gewählt, weil Neues aus Börnsen keine klassische Website oder eine Art Portal werden soll. Dafür gibt es die Gemeindeseite, Wikipedia und ähnliches. Vielmehr soll sie das Vorhandene ergänzen und das aktuelle Geschehen im Dorf abbilden, als eine Art Pinnwand und/oder Tageszeitung.

Zum Start dreht sich auf der Seite fast alles um das aktuelle, kontroverse Thema Gas- und Wärmedienst. Es zeigt beispielhaft, warum in Börnsen mehr Transparenz und ein frischer Wind in die Informationslandschaft gehören. Deshalb hat es auch letztlich den Anstoß gegeben, dass meine Gedanken bezüglich eines entsprechenden Internetangebots nun Wirklichkeit geworden sind. Natürlich soll die Seite in naher Zukunft bunter werden und alle Themen des Dorflebens abdecken – Termine, Veranstaltungen, Vereine, Schule, Kindergarten, Heimatfest, Fotos, Fotos, Fotos…

Ich bin ganz gespannt, wie sich die Seite entwickeln wird, ob sie im Dorf beachtet, angenommen und unterstützt wird und wie ich selbst es schaffe, meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Also guckt mal rein, sagt es weiter und gebt Feedback – ick würd mir freuen. 

Dienstag, 2. Dezember 2014

Latzes Whisky | Der Weg des Genießens



Jetzt ist es schon über ein Jahr her, dass ich in die Welt des guten Whiskys eingetreten bin und hier davon berichtet habe. Wird also mal wieder Zeit. Seitdem sind schon einige gute Tropfen meine Kehle hinuntergeflossen, aber trotzdem stehe ich noch ziemlich am Anfang als Whiskygenießer.

Sehr zum Leidwesen meiner holden Gattin haben es mir die kräftigen, rauchigen Whiskys von Islay und den anderen Inseln angetan. Sie mögen mir keinen für sie wohlriechenden Atem bescheren, aber sie sind lecker. Sehr. Beispiele sind Bowmore Legend, Caol Ila 12 und Ledaig 10, die ich großartig finde.

Dass ich noch ein Anfänger bin, merke ich daran, dass ich noch Schwierigkeiten habe, die Aromen im Whisky zu erschmecken und zu benennen. Holz, Honig, Vanille, Beeren, Zitrusfrüchte – all das und noch viel mehr soll man da schmecken können, was mir noch schwer fällt. Bis jetzt kann ich nur herausfinden, ob er rauchig ist oder nicht, vollmundig oder nicht und, besonders wichtig: ob er mir schmeckt oder nicht. Aber Übung macht den Meister.
 
Etwas Schützenhilfe bekomme ich offenbar künftig durch den Umstand, bei Facebook einer Gruppe von Whiskyliebhabern mit über 3.000 Mitgliedern beigetreten zu sein. Ein riesiger Treffpunkt lauter (positiv) Whiskyverrückter ist das, sehr unterhaltsam, kommunikativ und informativ. Und neben Infos und Anekdoten in Hülle und Fülle gibt es dort auch die Möglichkeit, an Samples (also Proben, die kleinen Fläschchen oben im Bild) in riesiger Auswahl zu kommen - für Einsteiger wie mich eine tolle Möglichkeit, viel probieren zu können, ohne gleich große Flaschen kaufen zu müssen, die erstens viel kosten und zweitens verkommen, wenn der Inhalt mir nicht schmeckt. Tolle Sache, schon für euch getestet.

Natürlich sind auch Tastings weiter interessant, so bin ich schließlich überhaupt in die ganze Sache hineingeraten. Bald gibt es wieder eins in der Weinkellerei von Have in Bergedorf, diesmal geht es um Bourbon und irischen Whiskey. Obwohl ich ja, wie oben erwähnt, ein besonderes Faible für kräftigen, rauchigen Single Malt aus Schottland habe, bin ich den milderen und süßeren Kollegen aus Irland und den USA nicht minder zugetan. Zum Beispiel finde ich den Jack Daniel's Single Barrel sehr lecker.
 
Ich bin also gespannt und werde hier berichten, wie es war.

Dienstag, 17. Juni 2014

Latzes WM: Top & Flop (2)

Trotz der widrigen Begleitumstände macht diese WM einfach einen Riesenhaufen Laune. Allein die 5:1-Klatsche von Robben Holland gegen die Spanier und natürlich das famose Schland-Spiel von gestern waren die Vorfreude wert. Drei Tore von der Wilden 13 (Thomas Müller), CR7 in seiner Paraderolle als beleidigte Leberwurst und Rot für Pepe, einfach nur, weil er Pepe ist - besser gehts doch kaum. Und auch die Abstrafung Uruguays durch Costa Rica war sehr unterhaltsam. Bonustrack: Zu WM-Zeiten ist Twitter einfach das grandioseste Medium, das der Mensch hätte erfinden können.

TOP:
Arjen Robben



Lukas Podolski

Thomas Müller


Cristiano Ronaldo



Pepe

Donnerstag, 12. Juni 2014

Latzes WM: Lesetipps

Heute ist Anpfiff. Juhu. Endlich rollt der Ball. Meine Startgedanken zur WM hatten wir hier schon, und wie oft und was ich hier während des Turniers zum besten geben werde, weiß ich noch nicht so genau. Aber irgendwas wird es sicher sein – auch wenn es nicht einfach wird, etwas zu schreiben, was in den Weiten des Internetzes nicht schon jemand schlauer, lustiger und/oder ausführlicher formuliert hätte.

Heute gibt es deshalb ein paar Beispiele dafür. Abseits des unsäglichen Kicker gefällt mir von den Online-Sportangeboten der großen Verlagshäuser das der ZEIT am besten. Dort gibt heute zum Beispiel diesen Text über Jogi Löw zu lesen. Obligatorisch ist hier der Hinweis auf Jens Weinreich, der in seinem Blog weniger über das Geschehen auf dem Rasen, sondern mehr über die Machenschaften von FIFA, Sepp Blatter & Co. berichtet. Wer Lust hat, sich die Freude über das Spiel ein wenig durch Berichte über Korruption, Postengeschacher und Machtspielchen der Fußballfunktionäre würzen zu lassen, ist hier bestens aufgehoben. Und dann noch der Hinweis auf Frédéric Valin, der schon die vergangenen großen Turniere sehr scharfsinnig und unterhaltsam begleitet hat. Das wird er nun wieder tun – zumindest lässt das der aktuelle Beitrag seines Blogs Zum Blonden Engel hoffen.

Also, los geht’s: Habt Spaß, genießt die WM und das Drumrum.

Donnerstag, 13. März 2014

Auch du, FC Bayern?


Oha, Uli Hoeneß ist verknackt worden. "Der Runde muss ins Eckige", wie es einige nennen.  Höhö. Na, dauert eh noch, denn schließlich gibt's ne Revision.

Ich will niemanden groß mit meinem laienhaften Rumgedenke zu dem Thema belästigen. So doll hänge ich auch nicht am Uli, um mir über Sinn und Unsinn des Strafmaßes lange den Kopf zu zermartern.

Interessant jedenfalls trotzdem, wie so ein Thema polarisiert. Die einen schreien "Hängt ihn höher!":


Die anderen sind aus der anderen Richtung unzufrieden und holen die ganz ollen Kamellen raus:


Ich persönlich finde diese Meinung ganz vernünftig:


Damit könnte ich mich am ehesten anfreunden, denn natürlich muss ein solches Vergehen schmerzhaft bestraft werden. Die Höhe der Steuerschuld - ob es nun 3,5 oder 27 Millionen Euro sind - spielt aus meiner Sicht allerdings eine zweitrangige Rolle, es geht mehr um das Vergehen an sich.

Eine andere Frage beschäftigt mich viel eher in diesem Zusammenhang: Gibt es eigentlich schon Anstrengungen, die untersuchen, ob Hoeneß nicht nur sich selbst, sondern auch dem FC Bayern auf die nun geahndete Weise zu "Ersparnissen" verholfen hat? Kürzlich, als wir in geselliger und fachkundiger Runde zusammensaßen, sagte jemand, es sei für ihn extrem schwer vorstellbar, dass das nicht so sei.

Unter ständigem Hinterfragen, ob ich da als Bayernanhänger nicht zu blauäugig bin, sage ich einfach mal: Nein, hat er nicht. Ich kann es mir nicht vorstellen. Hoeneß hat dies alles mit seinem Privatvermögen veranstaltet, ganz für sich allein. Der FC Bayern dagegen wird stets gelobt für seine Professionalität. Er hat einen professionell arbeitenden Vorstand mit eigenem Finanzressort, und vor allem hat er einen Aufsichtsrat, in dem hochrangigste Wirtschaftsmanager sitzen. Sie leiten Konzerne, die den FC Bayern mal eben kaufen könnten, wenn sie wollten, und demnach haben sie einen Ruf zu verlieren, wie man so schön sagt.

Das berücksichtigend liegt es jenseits meiner Vorstellungskraft, dass Finanzakrobatik der Hoeneß'schen Machart von diesen Kontrollgremien nicht bemerkt oder gar geduldet worden sein könnte. Weit jenseits. Das lasse ich mal so als These stehen und hoffe, sie möge nie widerlegt werden. Falls doch, bitte ich um Information. Also nochmal die Frage: Weiß jemand, ob es diesbezüglich schon Ermittlungen gibt oder diese Frage zumindest schon einmal öffentlich diskutiert wurde?

Mittwoch, 19. Februar 2014

Ich habe Zeitung gelesen

Ja, ich habe Zeitung gelesen. Seit langer Zeit mal wieder. Krass, oder? Und ich habe festgestellt, dass mir das Medium, dem ich das Fundament für mein Berufsleben verdanke, fremd geworden ist.

Platt gesagt: Es langweilt mich einfach, Nachrichten zu lesen, die ich schon kenne. Schon seit einem Tag. "Es gibt nichts älteres als die Zeitung von gestern", hieß es immer. Das stimmt, aber die Zeitung von heute ist auch nicht besser. Sie ist das Internet von gestern.

Für mich persönlich kann die Zeitung einiges sehr gut, aber nichts besser als das Internet. Außer vielleicht, dass sie Faulheit bedient. Ich würde nicht sagen, dass ich in der Zeitung die besser recherchierten, besser geschriebenen oder besser wasauchimmer Texte finde. Der einzige Vorteil der Zeitung ist, dass die Themen mir schon ausgewählt wurden und nun in einer hübsch strukturierten Sammlung vorgesetzt werden.

Im Internet muss ich mir alles selbst zusammensuchen. Wo finde ich die schnellsten Nachrichten? Wo die besten? Wo finde ich alles zu meinen Lieblingsthemen? Das macht erstmal Arbeit, doch am Ende habe ich eine Mediensammlung, die jede Zeitung schlägt. Sie enthält nämlich nur Sachen, die mich interessieren.

Im aktuellen Fall las ich eine Wochenzeitung, nämlich die FAS. Die macht vieles schon ganz gut, schön geschriebene Artikel, interessante Themen. Doch irgendwie hat mich das nicht vom Sitz gerissen. Eine Stunde im Internet, und ich bin ebenso gut unterhalten und informiert.

Es gibt immer noch viele, die lieber Zeitung lesen. Der Augen zuliebe, oder weil sie einfach zu schätzen wissen, dass ihnen die Redaktion das auf ein Paar Blatt Papier zusammenstellt, was sie sich im Netz erst zusammensuchen müssten. Oder weil sie schlicht nicht die Möglichkeit oder das Bedürfnis haben, ständig einen Bildschirm vor der Nase zu haben. Das ist auch gut so.

Für mich ist diese Medienform jedoch nutzlos geworden, weil ich tagtäglich mit elektronischen Medien arbeite und die Zeitung schlicht nichts bietet, was diese nicht können. Das ist irgendwie traurig, aber nicht zu ändern. Das habe ich am Sonntag festgestellt.

Dienstag, 18. Februar 2014

Edit, HSV und so

Keine Ahnung, was mich beim ersten Design der neuen Butterfahrt hier geritten hat. Ein bisschen fotolastig war das Ganze. Headerfoto, Hintergrundfoto - ein bisschen viel, wenn auch in den Posts ständig Fotos auftauchen. Deshalb ist es hier nun etwas schlichter, ich hoffe, es gefällt.

Vielleicht animiert mich das ja, hier jetzt auch wieder aktiver zu werden. Themen gibt es immerhin genug - allein mit dem unsäglichen HSV könnte man ganze Seiten füllen. Den HSV-Fans gilt mein ganzes Mitleid. Aufsichtsrat, Kreuzer, Jarchow - alle raus, wenn ihr mich fragt. Was die fabrizieren, tut weh. Abstieg oder nicht? Ich weiß es nicht. Wenn der HSV nicht absteigt, dann wird so weitergewurschtelt, fürchte ich. Aber nach einem Abstieg könnte der Laden ganz auseinanderfallen. Es bleibt für die Fans zu hoffen, dass Mirko Slomka es schafft, irgendwelche verborgenen Fähigkeiten aus diesem völlig verunsicherten und ohnehin nicht wirklich erstligatauglichen Kader zu holen.

Und nun ist zu allem Überfluss auch noch die HSV-Ikone Hermann Rieger gestorben. Das ist wirklich traurig und setzt der ohnehin schlimmen Situation noch eins drauf. Da kann ich dem HSV und den Fans nur wünschen, dass dieses traurige Ereignis den Verein nicht noch mehr lähmt oder gar ein böses Omen ist.

Nun ja, Themen gibt es wie gesagt zur Zeit genug. Edathy, Olympia, ADAC - es ist eine der spannenderen Zeiten für die Nachrichtenbranche momentan. Und hier sicher auch bald wieder.

Donnerstag, 30. Januar 2014

Über Zeit und Raum

Ist es erstrebenswert, dass das Kind schon im Grundschulalter einen vollen Terminplan hat und pausenlos "gefördert" wird? Und ist es erstrebenswert, dass es später um jeden Preis Abitur, eiligen Studienabschlüssen und Managerkarrieren nachläuft?

Viele denken heutzutage offenbar: Ja. Ich bin mir da nicht so sicher. Als Eltern fragt man sich solche Fragen ja öfter mal. Jetzt, wo der Sohn in der ersten Klasse ist, sogar noch öfter. Man versucht, zu ergründen: Welche Wünsche hat er? Welche Ziele? Welche Sorgen, welche Ängste? Wie geht er mit ihnen um? Beobachten, sich Zeit nehmen - das ist wichtig. Und: dem Kind Zeit und Raum geben, sich zu finden und zu entwickeln, eigene Interessen zu entdecken.

Andere Kinder in dem Alter, man sieht und liest es immer wieder, haben schon ein ambitioniertes Programm: Fußball, Schwimmen, Musikschule, Schachclub. Muss das sein? Die Zeit, das Kind hin und her zu kutschieren, könnten viele lieber damit verbringen, sich selbst mit dem Kind zu beschäftigen - oder es sich mit sich selbst beschäftigen zu lassen. Denn auch das ist nötig und wichtig. Finde ich, und findet die Autorin dieses schönen Textes, den ich kürzlich las.

Überhaupt ist Lesen toll. Das Kind sollte lesen. Eltern denen es gelingt, das Kind zu vielem Lesen zu animieren, oder die das Glück haben, dass es von allein diese Leidenschaft entdeckt, können glücklich sein. Es gibt viel zu lesen, es öffnet Türen zu neuen Welten.

Ja, auch im Internet. Da kann man auch lesen. Zum Beispiel tolle Artikel wie diesen über einen Handwerksburschen, der auf der Walz war. Ich wäre stolz, wenn mein Sohn so etwas machte - ebenso stolz, als wenn er Arzt, Anwalt, Bänker oder sonstwas managerhaft-erfolgreiches würde. Kaum noch vorstellbar ist sowas in der voll vernetzten Gegenwart, mit einem omnipräsenten Internet und der Vorstellung, dass ein "Arbeitsplatz" gefühlt immer mit einem Büro und einem Computer verbunden ist. Doch dieses Interview ist wunderbar und zeigt uns Schreibtischmenschen, dass es auch ein anderes Leben gibt, in dem wir uns Räume öffnen können und sollten, die Welt, andere Menschen und uns selbst zu entdecken. Das sollten wir nicht vergessen.

Montag, 16. September 2013

Moment mal: neues Geblogge

Was ist eigentlich ein Tumblr? Muss ich als Soschl-Midia-Fuzzi doch eigentlich wissen. Wusste ich aber lange nicht so recht. Klar, so ein Blog, ganz einfach zum selbst einrichten, Bilder, Videos, Textschnipsel, kurze eigene Gedanken - Twitter in XXL, sowas in der Art, soweit war ich. Und jetzt, wo ich mir ein etwas ausführlicheres Bild gemacht habe und mir selbst so ein Tumblr eingerichtet habe, kann ich sagen: Die Beschreibung ist gar nicht so daneben.

"Der Moment" lautet der Name meines Tumblr, und es ist ein Test. Zum einen will ich diese Plattform dadurch noch besser kennenlernen, und zum anderen möchte ich damit meinen Blog-Horizont erweitern, andere Stilformen finden. Ein Bild pro Tag, lautet dort meine Regel, die ich gerade spontan erweitert habe: Statt ein nacktes Bild zu posten werde ich nun auch immer ein paar Worte oder Zeilen dazu schreiben. So könnte ein ganz nettes Tagebuch entstehen, was ein Blog laut Wortsinn ja auch sein soll. Guckt mal rein und erzählt, wie Ihr das so findet. Hier geht's lang: Der Moment